Im Falle eines Herzstillstandes, einer unklaren Bewusstlosigkeit, eines Schlaganfalls oder eines schweren Sturzes können Minuten über Leben oder Tod entscheiden. Auch wenn Hessen die gesetzliche Hilfsfrist von 10 Minuten hat - diese sagt aus, dass nach Beendigung des Notrufes es in 90% der Fälle nicht länger als 10 Minuten dauern darf, bis ein Rettungsmittel an der Einsatzstelle eintrifft - können 10 Minuten schon zu lange sein, um das Leben eines Menschen zu retten.

„Da im Hochtaunuskreis jedoch besonders im Usinger Land auch zum Teil weite Fahrtstrecken zurückgelegt werden müssen, ist es nicht immer ganz einfach die 10 Minuten Hilfsfrist einzuhalten. Die Junge Union Hochtaunus fordert daher als Ergänzung zum Rettungsdienst die Etablierung eines „First-Responder-Systems“ um die Zeit zwischen der Alarmierung des Rettungsdienstes und dessen Eintreffen besser überbrücken zu können“, so der Kreisvorsitzende Cornelius Linden. Konkret bedeutet dies, dass freiwillige Helfer sich registrieren lassen und im Fall eines schwer erkrankten Patienten, über das Smartphone zusätzlich Alarmiert werden. Diese Helfer sollen dann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die lebensrettenden Sofortmaßnahmen durchführen. Der Hochtaunuskreis würde damit das Rad nicht neu erfinden. Andere Landkreise, wie zum Beispiel der Landkreis Groß-Gerau, haben solch ein System bereits eingeführt.

Die Notwendigkeit eines solchen Systems lässt sich am Beispiel eines Herz-Kreislaufstillstandes erläutern: Erleidet ein Patient einen Herz-Kreislaufstillstand, so sinkt die Wahrscheinlichkeit des Überlebens, ohne große Beeinträchtigungen, um etwa 10% pro Minute in der keine Herz-Lungen-Wiederbelebung stattfindet. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wenn der Rettungsdienst nach etwa 10 Minuten eintrifft und kein Ersthelfer mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen hat, der Patient schlechte Überlebenschancen hat. „Die Daten eines Anbieters zeigen, dass die durch solch ein System alarmierten Ersthelfer im Durchschnitt nach bereits 4 ½ Minuten beim Patienten eintreffen. Dieser hat so bessere Überlebenschancen. Auch bei anderen schweren Notfällen, kann solch ein System Leben retten, wie bei z.B. lebensbedrohlichen Blutungen“, so der zuständige Referent für Gesundheit und Soziales Janis Oberndörfer.

Solch ein System ist ausschließlich eine Ergänzung zu dem bestehenden System und keine Alternative. Die dringend benötigten Standortverschiebungen der Rettungswachen Oberursel, Königstein und am Ende auch Schmitten werden dadurch nicht entfallen und haben auch weiterhin eine hohe Priorität, um die Hilfsfrist in den Randgebieten weiter halten zu können.

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